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Theater/Film – Interkulturelle Kompetenz

Rita Maria Lönner entwickelt und realisiert seit 2009 Theater- und Filmprojekte, sie führt Regie und leitet das JADE INTERNATIONAL THEATRE FILM. Junge Menschen aus verschiedenen Kulturen und Fachbereichen tauschen sich über internationale gesellschaftspolitische Themen aus und erarbeiten ein Kunstprojekt. Angefangen mit dem Verstehen der eigenen Herkunft und Identität entwickelt sich das Verstehen des Fremden und Respekt. Unterschiede werden als Bereicherung erkannt, gemeinsame Werte und Anliegen entdeckt. Die Teilnehmer setzen sich mit globalen Themen wie Naturschutz, Macht, Ausbeutung, Gewalt, Freiheit auseinander. Sie reflektieren Werte, Stärken und Probleme des eigenen Landes, der internationalen Zusammenarbeit und suchen nach eigenen Gestaltungsmöglichkeiten der Zukunft. Ihre Gedanken und Gefühle drücken sie durch Sprache und Schauspiel aus und schaffen mit ihrer Persönlichkeit und Kreativität ein künstlerisches Werk.

„albatross“ – Ritual aus einer fremden Kultur

Ein Kurzfilm schärft die Wahrnehmungsfähigkeit für das Verstehen des Anderen.
Diese Kultur verehrt die Erde und die weibliche Kraft

„Wir sind ein Teil der Erde“

Studierende aus Brasilien und Mexiko sprechen in einem Kurzfilm mit der Weisheit, Kritik und bescheidenen Hoffnung der Ureinwohner Amerikas, u.a. in einer Rede aus dem Jahr 1855 an den 14. Präsidenten der Vereinigten Staaten, über den Respekt vor der Natur, über komplexe globale Zusammenhänge, über ein verantwortungsvolles, wertschätzendes, zukunftsfähiges Verhalten. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Themen wie Ausbeutung von Natur und Mensch, Zerstörung und Verschmutzung intakter Lebensgrundlagen verdeutlicht, dass uns das heute weltweit mehr denn je betrifft.

Und das Gesetz wäre ihnen in die Herzen geschrieben

„Und das Gesetz wäre ihnen in die Herzen geschrieben“

Auch in China ist das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur im Kleinen wie im Großen seit Jahrtausenden tief verankert. In zwei Kurzfilmen machen chinesische Studierende mit den Weisheiten der indigenen Völker Amerikas und mit denen aus ihrem Heimatland auf die Gesetze der Natur aufmerksam.

„Könnt Ihr die Stille kaufen oder die Frische der Luft?

 

 „Die Träume des Winters“

„Die Träume des Winters“

Von der Liebe, dem Schmerz der Trennung, den Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und der Hoffnung auf ein Wiedersehen handelt dieser Kurzfilm, sowohl in deutscher als auch in arabischer Sprache mit Geflüchteten aus dem Irak und Syrien.

„Diese Rose pflück‘ ich hier in der fernen Fremde“

 

Junge Menschen aus China, Syrien, Irak, Spanien und Frankreich „pflücken die Blume der Poesie“

Ein gutes Gedicht trifft mit wenigen Worten direkt ins Herz und dringt bis zum Grund der Wahrheit. Auch mit Shakespeare-Monologen entdecken sie die Kraft der Worte. Ganz im Sinne Khalil Gibrans: „Dichtung ist keine Meinung, die man äußert, sondern ein Gesang, der sich aus einer blutenden Wunde oder einem lächelnden Mund erhebt“ schaffen sie einen Raum von emotionaler Dichte und Klarheit. In ihrer Lesung über Mut, Freundschaft, Liebe, Tod, Freiheit, Heimat, Fremde, Wünsche, Wege, berühren sie die Grundfragen des menschlichen Daseins.

 

„Im Herzen ruht noch viel Unausgesprochenes“

„Im Herzen ruht noch viel Unausgesprochenes“

 
„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“

 

Geflüchtete aus Syrien treten mit Shakespeare, Goethe, Schiller, Rilke, Domin, Kaléko, Konfuzius, Gibran auf

In Monologen, Szenen, Gedichten stellen sie sich der Herausforderung, Erlebtes in der Form der Kunst als Vermittlerin des Unaussprechlichen zu erfassen, zu benennen und mitzuteilen. Die wohldurchdachten Worte der Schriftsteller und Dichter geben den Gefühlen Ausdruck, schaffen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die bildhafte Sprache wirkt als befreiende Kraft. Die jungen Menschen überzeugen mit einem tiefen Verständnis für anspruchsvolle Texte, in denen Existenzielles, auch in der Beziehung zur Natur und den Menschen, erkannt wird.

JADE INTERNATIONAL THEATRE FILM – Gruppe 2018

 

„Die Welt eine Bühne, auf der jeder Mensch eine Rolle spielen muss.“ (W. Shakespeare)

Unter der Leitung von Rita Maria Lönner hatten Studierende der Jade Hochschule erstmalig überhaupt die Möglichkeit, unter professioneller Leitung die große Bühne in der Aula der Hochschule zu nutzen. Seit 2009 haben mehr als 100 Teilnehmer aus 12 verschiedenen Ländern herausgefunden, was „geht“, wenn sich die Bühne öffnet.

Publikumsrückmeldungen:

„Meine Hochachtung vor den Leistungen aller Schauspieler und der Regisseurin, die in meinen Augen fast Unmögliches möglich gemacht hat. Ich war total begeistert und vor allem beeindruckt, was diese jungen Leute geleistet haben! Es ist als Laie sehr schwer, schauspielerisch überzeugend zu wirken. Hinzu kam bei diesen Studenten das bestimmt nicht zu unterschätzende Sprachproblem. Beides ist jedoch grandios gemeistert worden. Es wurde so viel Emotionalität in die Sprache gelegt, was Verständnis für den Text voraussetzt. Das Selbstbewusstsein eines Studenten, der es geschafft hat, vor Publikum so überzeugend zu sprechen und den berechtigten Beifall dafür zu empfangen, muss enorm gewachsen sein, was sich logischerweise auf die gesamte Ausbildungszeit auf allen Ebenen positiv auswirken muss.“

A. Watermann

„Es fanden außergewöhnliche Aufführungen statt, die das Publikum begeisterten. Die Studierenden überraschten und überzeugten mit ihren sprachlichen und auch künstlerischen Fähigkeiten. Vor großem Publikum ist ihnen ein präzises Zusammenspiel gelungen, mit Klarheit, Selbstbewusstsein, hoher Konzentration und Präsenz. Ihre sprachlichen Fähigkeiten konnten sie durch die Aufführung von anspruchsvoller Literatur und einem Theaterstück erfolgreich unter Beweis stellen. Die Chance im Kulturzentrum Pumpwerk aufzutreten, nutzten 29 Studierende und begeisterten auch dort das Publikum. Sie erhielten Anerkennung sowohl von Kommilitonen als auch von Professoren, von der Öffentlichkeit, im sozialen Umfeld, die auch zu einem größeren Interesse an der jeweilig anderen Kultur geführt hat – ein gelungener interkultureller Austausch.“


A. Menn, Leiterin des International Office an der Jade Hochschule

„Mit einer tiefen emotionalen Ernsthaftigkeit und großen Bühnenpräsenz haben die Akteure das erreicht, was sich jeder Profischauspieler wünscht, das Publikum zu berühren. Als Zuschauer war man wie gefesselt bei den Szenen. Die Schauspieler machten den großen Raum der Aula zu ihrer Bühne, überzeugten sowohl sprachlich als auch künstlerisch, ein beeindruckendes Erlebnis!“

R. Roth

„Diese Theateraufführung hat mich nachhaltig tief berührt. Danke. Die sprachliche und spielerische Leistung war beeindruckend.“


D. Schönleben

 

„Am Berge Ging-Ting-Schan“- Tang-Dynastie

 

Studierende reflektieren Chinas Kultur „we are from china –
Blumen am Frühlingsfluss in einer Mondnacht”

Lyrik aus China in Szene gesetzt, sowohl in chinesischer als auch in deutscher Sprache – die Studierenden entdecken Schätze der Poesie aus ihrem Heimatland – über die Natur, die Liebe, über Fragen an das Leben. Der Bogen spannt sich von der Dichtung aus der Zhou-Dynastie (1122-770 v. Chr.) bis hin zu aktuellen Texten.

In der szenischen Arbeit mit körperlicher, emotionaler und persönlicher Beteiligung konnten die Akteure einen tieferen Zugang gewinnen. Sie spielten Situation und Inhalt mit ganzer Erlebnisfähigkeit überzeugend als schauspielerischen Monolog oder Dialog. Ebenso nutzen sie diese für sie neue Herangehensweise, um das chinesische Original für sich neu zu entdecken. Sie konnten sowohl die deutsche Sprache als auch ihre Muttersprache neu erleben.
Ihr Theaterstück begleiteten sie mit Klavierspiel sowie mit traditionellen und modernen Liedern. In Szene gesetzt wurden auch Texte, die die Studierenden selbst übersetzt oder selbst geschrieben haben. Eigene Gedanken und Gefühle zu den Themen brachten sie vor großem Publikum in einer künstlerischen Form zur Aufführung.

 

„Heimliche Liebe“ – Zhou-Dynastie

 

„Frühlingserwachen“ – Tang-Dynastie

 

„ … nach Pompinien, bis ans andere Ende der Welt“

„ … nach Pompinien, bis ans andere Ende der Welt“

 „Reise ins Unbekannte“ – Studenten aus China begeben
sich auf die Reise in ein fremdes Land

Sie spielen ein Stück über die Sehnsucht nach der Ferne, die Lust auf Abenteuer, den Mut, etwas Neues zu wagen, die Furcht vor dem Unbekannten, über Abschied, Freundschaft und Heimweh. Auf die Bühne gebracht wurde das Theaterstück „Pompinien“ von Ingeborg v. Zadow. Das Publikum war beeindruckt, auch als nach der Pause das Thema mit in Szene gesetzter anspruchsvoller Lyrik und Liedern fortgeführt wurde. Die 29 Akteure hatten viel Freude, sich auf diese Weise auszudrücken und die deutsche Sprache und Kultur so näher kennenzulernen. Engagiert haben sie auch einen Einblick in ihre Kultur gegeben.